Die mobile Krankenversorgung in Katastrophengebieten

      Die mobile Krankenversorgung in Katastrophengebieten

      Wegen der aktuellen Thematik des Erdbebens in Haiti möchte ich hier mal nicht berichten, wie und wo Spenden eingesetzt werden, sondern was ist als erstes zu tun:
      Das wichtigste ist die sofortige Gesundheitsversorgung im Katastrophengebiet. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Je schneller das zustande kommt, umso größer die Warscheinlichkeit Menschenleben zu retten. Da gibt es je nach Größe und Katastrophe entweder ein mobiles Krankenhaus ( Das Krankenhaus aus der Kiste ) oder eine mobile Gesundheitstation.


      Nun, wie sieht so ein mobiles Krankenhaus überhaupt aus?

      Innerhalb von 72 Stunden kann das Deutsche Rote Kreuz ein mobiles Krankenhaus in ein Katastrophengebiet entsenden. Das Krankenhaus sichert die medizinische Versorgung einer Bevölkerung von bis zu 250.000 Menschen.
      Mit dem mobilen Krankenhaus kann das DRK dort helfen, wo die Not am größten ist. Egal ob die Betroffenen sich in der Wüste, in den Bergen oder den Ruinen einer Stadt befinden. Das mobile Krankenhaus kann den Anforderungen im Katastrophengebiet angepasst werden. Nach dem Sichuan-Erdbeben in China im Mai 2008 wurde das Krankenhaus zum Beispiel direkt auf einer Autobahn aufgebaut. Dadurch konnte in der Stadt Dujiangyan die medizinische Grundversorgung für eine Bevölkerung von mehr als 250.000 Menschen sichergestellt werden. Das mobile Krankenhaus hat eine eigene Wasser- und Stromversorgung.




      Ob Kinderkrankheit oder Organbeschwerden, ob Hauterkrankung oder Komplikationen in der Schwangerschaft – im Rotkreuzkrankenhaus werden die Patienten versorgt. Das Krankenhaus hat u.a. eine Notfallaufnahme, einen Operationsaal, eine Mutter-Kind-Station, eine Röntgeneinheit, ein Labor und eine Apotheke. Neben der ambulanten Behandlung ermöglichen bis zu 120 Betten die stationäre Aufnahme von Patienten. Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, gehören auch Sanitär- und Hygieneanlagen, eine Patientenküche und eine Wäscherei zum "Krankenhaus aus der Kiste".
      Das DRK entsendet mit dem Hospital in der Regel 10 bis 20 in Katastropheneinsätzen erfahrene Schwestern, Ärzte, Laboranten, Hebammen und Techniker. Ergänzt wird dieses Team um ca. 80-90 lokale Mitarbeiter. Die DRK-Helfer arbeiten stets eng mit den Helfern vor Ort zusammen, damit diese das Krankenhaus im Anschluss alleine betreiben können.


      Bild: Auswärtiges Amt
      Die mobilen Krankenhäuser sind für einen drei- bis viermonatigen Einsatz im Krisengebiet ausgelegt, wobei sich das Team während der ersten zwei Wochen komplett selbstversorgen kann. Zudem können die Einheiten ohne Stromzufuhr betrieben werden - mittels Generatoren.
      Sogar das Verpackungsmaterial der Einheiten ist fest verplant: daraus werden Tische und Regale aufgebaut. Die Module entsprechen internationalen Standards. Das vereinfacht die Handhabung erheblich, gerade wenn Katastrophenhelfer aus unterschiedlichen Ländern zusammenarbeiten. Diese Nothilfe-Einheiten werden im internationalen Sprachgebrauch Emergency Response Units (ERUs) genannt - ein ausgeklügeltes Nothilfe-System des Internationalen Roten Kreuzes.
      Das Rotkreuzkrankenhaus wird wie alle mobilen DRK-Nothilfe-Einheiten im Logistikzentrum des Deutschen Roten Kreuzes am Berliner Flughafen Schönefeld gelagert. Es wiegt rund 50 Tonnen und wird, auf Paletten verpackt, per Flugzeug und LKW in die betroffenen Regionen transportiert.


      Bilder: DRK
      Was ist eine mobile Gesundheitsstation?

      Innerhalb von 36 Stunden kann das Deutsche Rote Kreuz eine mobile Gesundheitsstation in ein Katastrophengebiet entsenden. Die Station sichert die medizinische Grundversorgung einer Bevölkerung von bis zu 30.000 Menschen nach den Standards der Weltgesundheitsorganisation WHO. Pro Tag können ca. 250 Menschen behandelt werden.
      Die mobile Gesundheitsstation leistet das, was in normalen Situationen selbstverständlich ist: Geburtshilfe, Impfungen, ambulante Versorgung und gemeindeorientierte Gesundheitsvorsorge. Sie ist speziell dafür konzipiert, überlastete oder beschädigte Gesundheitseinrichtungen in Katastrophengebieten zu unterstützen. In der Station arbeitet ein sechsköpfiges DRK-Team aus Ärzten, einer Hebamme, Schwestern und Technikern gemeinsam mit einheimischen Helfern zusammen. In der Gesundheitsstation stehen Zelte für die Untersuchungen und Behandlungen der Patienten bereit. Zudem gehören ein Feldlabor, eine Küche und ein Kühlraum zur Ausstattung. Wie alle Nothilfe-Einheiten hat auch die mobile Gesundheitstation ihre eigene Wasser- und Stromversorgung. Die gesamte Ausstattung ist so zusammengestellt und verpackt, dass die Packstücke ohne technische Hilfsmittel entladen werden können. Die Basisgesundheitsstation wird auf Paletten verpackt und geht somit problemlos in den Frachtraum eines Flugzeuges.



      Bilder: DRK
      Nach dem Einsatz werden die Einheiten nicht nach Deutschland zurück transportiert, sondern verbleiben im Land. Das Ziel: bei einer künftigen Katastrophe können die Wasser- und Hygien-Einheiten (mit Wasseraufbereitungsanlagen), das Krankenhaus oder die mobile Gesundheitsstation schneller zum Einsatz kommen und Leben retten. Mit jeder Katastrophenhilfe-Einheit schickt das DRK ausgebildetes Fachpersonal mit, das vor Ort gemeinsam mit den Helfern der lokalen Rotkreuz- oder Rothalbmondgesellschaft die Einheiten betreibt. Mit Ihrer Spende sorgen Sie dafür, dass das Deutsche Rote Kreuz auch künftig diese Nothilfe-Einheiten vorhalten kann, um im Katastrophenfall schnell zu reagieren.

      Ich finde, das solche Einrichtungen sehr sinnvoll sind und die Spenden dort gut angelegt ist.
      Wer daran Interesse hat, kann sich gerne informieren unter:

      drk.de/spenden/online/lastschr…l?no_cache=1&zugunsten=27