Was machen sie mit "Verrückten"

      Was machen sie mit "Verrückten"

      Heute wurde ich unfreiwillig Zeuge eines deftigen Zwischenfalls der wirklich nur durch Zufall nicht in einem Desaster endete.

      Ein jüngerer Dominikaner, in etwa 20 Jahre alt lebt in der Schweiz. Bekannt als sehr ruhig, zuverlässig und arbeitsam. Für einen Jungen Dominikaner hies es sei er zu ruhig doch er sei ein guter Arbeiter.

      Heute wurde er getadelt weil er, wohl nicht mal absichtlich einen Mann angerempelt hat. Daraufhin traute ich meinen Augen nicht. Er begann sich in eine Art Hysterie oder wie man das nennt zu steigern. Schrie auf spanisch - was denkt Ihr eigentlich wir sind Hunde! Ihr seit die Brutos ich will weg aus diesem Dreckland und fuchtelte wie wild mit den Händen.

      Das heftige Gezedere verstand der Schweizer Mann nicht, in etwa zwischen 40 und 50 vielleicht (bin nicht so gut im schätzen) - fühlte sich aber bedroht und da der Dominikaner noch mit den Händen fuchtelte und schrie änderte er seine Haltung ebenfalls.

      Ich wäre weggewichen. Dieser Mann nicht er sagte zum Dominikaner - was denkt Ihr Sche...... länder eigentlich wir lassen uns alles gefallen - komm nur wenn Du willst das ich Dich zerfetze....

      Mutter des Jungen ging dazwischen, weinte, schrie um Hilfe und bitte nein und es war für mich furchtbar.

      Ich wusste nicht was ich tun sollte - ich hatte vor beiden Angst. Dem Jungen Dominikaner traute ich nicht, da er durchzudrehen schien, der Schweizer gefiel mir aber auch nicht, der schien mir von der ungemütlichen Sorte ....

      Es dauerte nur etwa fünf Minuten - Polizei kam mit Blaulicht. Dies schien den Dominikaner noch mehr anzuheizen und ich dachte für mich der ist verrückt.

      Der Schweizer stand da und mustere Ihn die ganze Zeit, so als warte er nur auf die erste Handlung. Aber er konterte nicht mehr.

      Polizei dazwischen. Da begann der Junge zu schreien und zu weinen - ich schockiert. Kann nicht schildern was in mir vorging - wusste nicht wie mir geschah.

      Sie wollten den Jungen packen - Mutter wieder dazwischen. Eine Beamtin redete mit der Mutter und ich hörte nur Bruchstücke... er ist wie sein Vater - er hat Momente wo er nicht klar ist.

      Was geschehen wird - keine Ahnung. Der Schweizer erstattete keine Anzeige, meinte nur hätte es versuchen sollen, dieser Idiot dass wäre das letzte gewesen was er getan hätte...

      (Auch nett)

      Das Volk zerstreute sich wieder - die Mutter zog den Jungen hinterher, der immerhin auch etwa 180 misst. Er war wie weg. Mutter hörte ich nur sagen, "bis Dich einer umbringt - Ich schicke Dich zurück".

      Nur was machen Sie in der DR mit solch einem Menschen der offensichtlich eine Störung hat, irgend etwas nicht stimmt und sicher Hilfe bedarf.

      Eigentlich bedauerte ich Ihn, obwohl ich nicht unbedingt nochmal in dessen Nähe kommen will. Tönt vielleicht alles etwas verwirrt, aber ich wollte auch nur kurz einkaufen.
      Ich habe lange Jahre in Koeln gelebt, in Berlin.
      Beides Staedte mit MULTI-KULTI Einfluss.

      Doch es gab nur eine Nationalitaet unter den Auslaendern, wo sie mehrheitlich wieder zurueck in ihre Heimat wollten! Die Dominikaner.

      Nicht, dass ihnen die Sauberkeit der Strassen, die ORdnung nicht gefallen haette. Aber es war letztlich die Summe der "Kontrollen und Vorschriften" und vor allem ein Grund: FAMILIE / FREUNDE / NACHBARN!
      Sie fehlen dem Dominikaner mehr als alles andere. Und so sagten die meisten: ich arbeite und spare, baue mir ein kleines Haeuschen im Campo und dann wieder zurueck.

      Ich als Deutscher habe doch aehnlich reagiert.
      Genug der Staatsaufsicht, der Reglementierungen. Freiheit suchen. Und hier, in dem von uns oft als Bananenstaat verrufenen Land, da hat man sehr viele Freiheiten. Gleich wieder so viele, dass die meisten der Einwanderer hier nicht damit umgehen koennen. Wer keine Selbstkontrolle hat, der geht hier ganz schnell unter.
      auf der anderen Seite fehlen einem hier manchmal organisierte Verhaeltnisse. Es gibt halt keine ideale Symbiose. Es gibt hier das entweder-oder Prinzip. Am Ende ein sehr angenehmes Leben, wo man einfach einige Dinge aus seinem "Deutschen Repertoire" streichen muss. Mittagsruhe waere nur ein Beispiel.
      Kinder gehoeren abends ins Bett waere ein anderes. Leben ist hier anders. Frei und ungezwungen.

      Da kann ich Dominikaner verstehen. Sie fuegen sich in Europa ein, arbeiten (kenne einige gar hart arbeitende Dominikaner/relativiert zu hiesigen Arbeitsgewohnheiten) und leiden. Ein so lebensfrohes Volk kann in einem Land der "Unterkuehlung" sich einfach nicht wohl fuehlen. Und ich meinte nicht die Temperaturen in Grad Celsius, ich meinte die Mentalitaet der Deutschen.
      Man stelle sich nur mal vor, eine Dominikanerin hoert beim Shopping im Einkaufszentrum Musik, singt auf einmal mit und zuckt in den Hueften... Man wuerde sie zwar nicht wegsperren, aber zumindest sehr befremdet ansehen. Macht sie das hier, ist sie eine von vielen.
      Manchmal wuenschte ich mir dieses "Gen" auch, man wuerde befreiter und stressfreier leben.

      In diesem Fall kann man dem jungen Dominikaner nur raten: Augen zu und durch. Gute Ausbildung mitnehmen, ein wenig Handgeld zuruecklegen und dann hier sich verselbstaendigen!
      Es geht alles seinen karibischen Gang...

      Da mache ich den Dominikanern einen Vorwurf

      verzeiht das ich es direkt sage - aber warum belügen sie Ihre eigenen Leute nur um der Schmach auszuweichen?????

      Immer wird ein Paradies vorgegaukelt - immer alles besser dargestellt - kaum einer ruft zu Hause an und erzählt die Wahrheit.

      Das die Menschen in Europa nicht für Latinos und Ihre impulsive, gefühlsgeladene Art ist und sehr viele in Depressionen - oder was nahe liegt, in Aggressionen endet.

      Doch bekam ich schon mit - arbeitet hier im Cabaret - dient ein paar Herren im Tag als .... - und rufen zu Hause an und erzählen wie schön es ist, hier in einem Hotel zuarbeiten und all solcher Schmarren.

      Europa hat leider viel an Herzenswärme verloren, viel an Individualismus und einige warten darauf dass man einen Chip implantiert bekommt wenn man zur Welt kommt um allfällige "Störungen" sofort aufzuzeichnen.....

      Es ist weit entfernt von der Grundcharaktere der Latinos und darum bedaure ich den jungen Mann. Er soll zurück - durchbeissen und dabei drauf gehen kann keine Lösung sein wenn die Schmerzen schon dermassen in ihm drin sitzen und zum Glück scheint er wirklich der ruhigeren Art anzugehören - bei dem Verhalten des CH Mannes....

      Doch auch bei den Schweizern stellte ich in den letzten Monaten eine zunehmende Tendenz zur Gewaltbereitschaft fest - eine unterschwellige Aggression der Unzufriedenheit - und die richtet sich dann gegen alles und jedes - denn Ihnen fehlt der Freiraum, der soziale Zusammenhalt und nur Druck funktioniert nicht - nie.

      Also wie soll denn ein Latino hier noch aufleben, wenn es selbst für Europäer schon zur Belastung wird wie das Gesellschaftssystem gezielt jeglichen Individualismus versucht im Keim zu ersticken - der Grund ist naheliegend....

      Einsam-alleine-keine Freundin-keine Familie


      Ich habe selbst erlebt,wie schwer es ist für eine Dominikanerin hier zu leben.Ist in St.Dom.großgeworden mit Familie und Freundinnen und vor allem Sprachkenntnisse.

      Ich hab damals in der nähe von Kiel gelebt,relativ einsam,kaum Leute auf der Straße.

      An der Fensterscheibe habe ich nach meiner Arbeit die Abdrücke ihres Kopfes gesehen,und habe gesehen wie es ihr geht (wie ein Löwe im Käfig).Ich hab sie gefragt,bist du Glücklich???

      Die Antwort kann sich jeder selbst geben.

      Na ja mir ist es ähnlich gegangen in der ersten Zeit im Campo,dauernd hinter Gittern.

      Aber vieleicht können wir das besser wegstecken wie Dominikaner.

      Im nachhinein bin ich traurig,jemanden den man liebt ihn in ein so "kaltes,hartes,unfreundliches Land"geholt zu haben.

      Aber sie hat mir immer gesagt das sie nach Europa will.Ist bei uns nicht gutgegangen,weil sie auch sehr träge deutsch gelernt hat. Sie ist dann ins "Gelobte Land",dort kann sie wenigstens die Sprache,und kann arbeiten um der Familie zu helfen.

      Wir haben immer noch Kontakt,sie lebt jetzt in Spanien,ist öfters krank,und arbeitet nur für Essen,Miete und Doktor.Zum sparen für Heimflug und Hilfe für die Familie langt es nicht.
      Wie sagt man,gestrandet Im Paradies

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