Ein anderes Fotorätsel

      @Werner
      Nicht was das Bild darstellt ist ja die Frage... sondern was IM Bild dargestellt wird. Da habe ich auch so meine Schwierigkeiten der Interpretation. Sehe in der Mitte des Bildes nen recht hellhaeutigen Mann. Wohl der Vereinsboss oder Maezen wie man auch sagt.

      Was soll es darstellen? >Wir sind ein Team<? Alle fuer einen? Waere zu banal. Unser Schlitzohr DOMINICANO will uns da wieder aufs Glatteis fuehren.
      Es geht alles seinen karibischen Gang...

      Trujillo ist nicht schlecht

      es war zu einer Zeit als selbst die Stadt Santo Domingo Ciudad Trujillo hies.

      Es handelt sich um die Nationalmanschaft der dominikanischen Republik 1937 welche sozusagen von Diktator Trujilllo beschlagnahmt und umbenannt wurde - so hies das Baseballteam - das zur damaligen Zeit sehr erfolgreich war - “DRAGONES de CIUDAD TRUJILLO”

      Trujillo war ja dermassen grössenwahnsinnig das er selbst den Berg Pico Duarte etc. in Pico Trujillo umtaufen lies und alles und überall nach Trujillo benannt werden musste.

      Einer der vielen Artikel zu den Dragones findet Ihr
      hier

      wer mehr herausfinden will über dieses damaligen Baseballstars gibt am besten im Google den Begriff:

      Dragones de Trujillo Campeones 1937

      und wird staunen wie lange die Liste der Hinweise ist. ]Ich benutze oftmals solche Quereinsteiger um in Themen der dominikanischen Republik mehr zu erfahren - geschichtliche Hintergründe zu durchleuchten - so auch hier - denn ich bin nicht am Baseball interessiert - sondern an den Verflechtungen der Geschichte zur Heutigen Zeit - denn nur wenn man die Entwicklung zurück verfolgt kann man vielleicht verstehen warum die DR nach wie vor ein Volk ist das nicht regierungsfähig ist - und sich noch nicht soweit entwickelt hat um sich wirklich zu etablieren.

      Weil die Zeitspanne zu kurz ist. Noch vor wenigen Jahren herrschte Diktatur - vor noch weniger Jahren durfte in diesem Land niemand schlechtes schreiben über die Regierung - kritisieren wie Heute und vorallem wie in den letzten Tagen öffentlich die Regierung und den Staat der Korruption bezichtigen das sind Fortschritte welche sich nicht wie beim Asphaltieren in Metern messen lassen.

      Das Volk beginnt zu denken, das Volk beginnt zu lenken - das es dies früher - noch keine Generation zurück - nicht konnte - nicht durfte - das belegen so kleine beiläufige Bilder wie das vom Baseballteam Santo Domingo 1937.

      Es gibt schon Fortschritt in der DR - nur der läuft auf einer anderen Ebene ab als in der Presse zu beobachten ist mit den Bauten und Infrastrukturen.

      Denn dies ist nur ein Teil der Entwicklung - der menschliche - der Denkprozess läuft nebenher und mich persönlich erstaunt es - wie vorallem in den letzten Monaten die kritische Haltung des Volkes zunahm - undenkbar vor wenigen Jahren - da zensuriert wurde!

      Und man verzeihe mir wenn ich es mir erlaube zu hoffen - dass in diesem Land die Regierung eines Tages überollt wird von Menschen die Bildungshungrig sind, die auszogen um zu lernen um zu begreifen und wohl eines Tages dieser Vetternwirtschaft den Garaus machen werden. (und die Hoffnung stirbt zuletzt)
      Den Massen der Dominikaner geht es noch immer zu gut, in Hinblick z.B. auf die Lebensmittelversorgung, solange auch die Bier- und Rumversorgung nicht gefaehrdet ist, gibt es keinen Bedarf fuer revolutionaere Umtriebe, erst recht nicht und schon gar nicht fuer bessere und umfassendere Bildung.

      Eine Revolution z.B. nach dem Beispiel von Kuba, wo man auch einen Diktator abgesetzt hatte und sich nach der Revolution bildungspolitisch einiges tat, steht daher ganz bestimmt nicht ins Haus.

      Ich habe eher den Eindruck, der Dominikaner neigt im allgemeinen dazu, die Korruption und Vetternwirtschaft als einen ganz normalen Teil seine Daseins zu betrachten, die er moeglichst nutzbringend fuer sich selbst nutzt und einsetzt, und die ansonsten nichts besonders Negatives darstellt.

      Neu im Vergleich zu frueher ist es nur, dass gibt es in den gebildeten Schichten einige kritische Journarlisten/innen gibt, die unbequeme Wahrheiten ans Licht bringen und die frueher gar nicht berichten durften bzw. zum Schweigen gebracht wurden, das wars aber dann leider schon.

      Fakt ist leider, dass sich offensichtlich ueberhaupt keine kritischen Studenten regen, wie beispielsweise in der europaeischen 68er Studentenbewegung, die doch entscheidende kulturelle, politische und gesellschaftliche Aenderungen gebracht hat, sieht man mal von vereinzelten Protesten von Umweltschuetzern bei geplanten Bau von Zementfabriken ab.

      Wenn von der sog. geistigen Elite des Landes keine Impulse ausgehen, die Verhaeltnisse fuer die breiten Massen zu aendern, und zwar weder in revolutionaerer noch in gesellschaftspolitischer Hinsicht, dann bleibt eben alles, wie es ist, das ist ja schliesslich in Europa auch nicht anders und die jungen Leute feiern dort auch lieber, als sich gross mit gesellschaftlichen Aenderungen zu befassen (ging mir ja auch so).

      Ob man wegen dieser (Nicht-)Entwicklung als Resident und daher mehr oder weniger abseits der Politik stehender Buerger des Landes froh sein soll oder nicht, mag einjeder fuer sich selbst entscheiden.

      Ein gesellschaftlicher Fortschritt in Hinblick auf eine gerechtere Gesellschaftsentwicklung mit besseren Bildungsmoeglichkeiten fuer alle dominikanischen Schichten wird jedoch mit diesem gesellschaftlichen Stillstand nicht verbunden sein.