Die Geschichte der Karibischen Küche-aus der Sicht des Kochtopfes

      Die Geschichte der Karibischen Küche-aus der Sicht des Kochtopfes

      Die karibische Geschichte aus der Sicht des Kochtopfs
      Columbus betrat 1492 diese Insel und glaubte sich im Garten Eden. Seine vielzitierten Worte muss ich nicht nochmal wiederholen. Eine üppige Vegetation empfing ihn, exotische Blumen, eine Vielfalt an Früchten und der Gesang zahlreicher Vögel.
      Auf einer Länge von über 4000 Kilometern von der Küste Floridas bis zur Nordküste Venezuelas gibt es ca. 7000 Inseln. Manch eine ist nur ein Fels der aus den Wellen ragt, andere Inseln haben eine beachtliche Größe. Die Nummer 1 (von der Größe ausgehend) ist Kuba, gefolgt von Hispaniola. Die Insel teilen sich die Staaten Haiti und Dominikanische Republik. Gefolgt werden sie von Jamaika und Puerto Rico. Der Rest sind mehr oder weniger große Inseln wie Trinidad, Guadeloupe, St. Lucia oder Antigua, Barbados oder Bonaire. Diese Karibikinseln bezeichnet man auch als Westindische Inseln oder den Antillen, ein Name, den die Europäer im 14. Jahrhundert einer fiktiven Inselgruppe gaben.
      Eine Besonderheit dieser Inseln ist sicher ihre Kochkultur. Man bezeichnet diese als „kreolisch“, soviel bedeutend wie gemischt – oder von den Inseln stammend. Die karibische oder kreolische Küche ist also ein Gemenge von Fisch, Fleisch und Gemüse. Exotische Früchte wie Mangos, Kokosnuss, Guaven, Papayas, Grapefruits, Tamarinden , Passionsfrüchten, Bananen und Ananas ergänzen den Speiseplan. Auch beim Gemüse herrscht eine Vielfalt, wie Auberginen, Okras, Kochbananen, Yams, Yuca, Batatas und Kürbis belegen. Das Meer steht mit Hummern, Langusten und Garnelen, Muscheln und zahlreichen Fischen der Vielfalt der Erde in nichts nach.
      Die Kultur der Küche in der Karibik wurde geprägt durch 4 Einflüsse. Die erste Bevölkerungswelle kam durch die Kariben und Arawaks. Sie hatten ihren Ursprung in Venezuela und Gyuana, verteilten sich aber auf den anderen Inseln. Später wurden sie verdrängt von der zweiten Bevölkerungswelle, den Europäern. Spanier, Engländer, Franzosen, Holländer. Ob Eroberer, Piraten oder Kaufleute, sie alle interließen ihre Spuren, bis hin zu den unfreiwilligen Bewohnern, den Sklaven. Sie könnte man als die dritte Bevölkerungswelle bezeichnen. Man brachte aus Afrika die Arbeiter, die man dringend in den Zuckerrohrfeldern benötigte. Im Laufe der Zeit gab es dann die Sklavenbefreiung und die Karibik suchte „Gastarbeiter“. Dies waren oft Chinesen und Inder, welche sich als Leiharbeiter verpflichtet hatten und die vierte „Bevölkerungswelle“ bildeten.
      Die ersten Inselbewohner könnte man als Landwirte oder Bauern bezeichnen. Sie bauten Mais an, buken Brot aus Cassabe, pflanzten Bohnen, Paprika und Kartoffeln. Andere sammelten „Wildfrüchte“. Guaven, Ananas, Cashewnüsse. Wieder andere betrieben Fischfang oder die Jagd. Der „Pfeffertopf“ war eine beliebte Mahlzeit (Rezept folgt!) und bestand (wie bei Eintöpfen üblich) aus einer Vielzahl verschiedener Fleischsorten und Gemüse. Doch die Nahrung der ersten Bewohner war nicht befriedigend für den europäischen Gaumen. Columbus brachte Mehl, Öl, Essig und Wein aus Spanien mit, die folgenden Kolonisten brachten zahlreiche Gemüse – und Obstsorten mit. Merkwürdiger weise halten wir gerade diese Mitbringsel oft für typisch karibische Pflanzen, wie zum Beispiel die Bananen, Kokospalmen, Brotfrüchte, Limonen oder Orangen. Auch Tamarinden, Mais, Kartoffeln und Zuckerrohr oder Ingwer wurden „importiert“.
      Als nun die Leiharbeiter Asiens die Inseln bevölkerten, gab es zum Beispiel auf Trinidad zahlreiche Currygerichte. Auch chinesische Nudeln und Gemüse finden sich auf Trinidad. Mehr und mehr fanden Kartoffeln und Süßkartoffeln, Kochbananen, Cassave und Brotfrucht Einzug auf den Tellern als Beilagen. Der größte Siegeszug allerdings gelang dem Reis, der heute bei fast jedem Essen als Beilage in irgendeiner Variante angeboten wird. Er passte zu jedem Fleisch- oder Fisch- oder Gemüsegericht.
      Es geht alles seinen karibischen Gang...