Taxis und vieles mehr…

    Taxis und vieles mehr…



    Público, Guagua und Motorconcho

    Sprechen wir zunächst vom bequemsten Transportmittel, dem Taxi: Aus dem Hotel kommen, ins Taxi steigen und direkt zum Ziel fahren, einfacher geht es nicht. Und teurer auch nicht, denn dieser Service hat seinen Preis. Eine maría, so heißt der Taxameter auf Dominikanisch, gibt es in kaum einem Wagen. Und falls doch, dann ist er just in diesem Moment broken.

    Erster Tipp: Beim Hotelportier erkundigen, wie teuer eine Fahrt per Taxi zum gewünschten Ziel sein darf. Immer vor dem Losfahren, möglichst noch vor dem Einsteigen, nach dem Preis fragen, weil dann das Nein sagen leichter fällt. Wenn der Hotelportier nicht mit dem Taxifahrer unter ener Decke steckt, hat man jetzt zumindest einen Anhaltspunkt - auch zum Feilschen. Das ist in der Dominikanische Republik üblich, aber für Fremde oft ungewohnt.

    Ein público, ein Sammeltaxi, unterscheidet sich äußerlich nicht von einem regulären Taxi. Sammeltaxis befahren in der Regel feste Routen. Jeder kann an einer breiten Avenida, denn da pendeln diese Wagen, ein Taxi heranwinken. Aber woran soll man erkennen, ob dieses Taxi ein Sammeltaxi ist oder ein freies? Zwei Wörter sind der Schlüssel zum Geheimnis. Der potenzielle Fahrgast fragt locker-lässig Derecho?, also: Fährt das Taxi "geradeaus"? Es wird kein Ziel genannt, man signalisiert lediglich, dass man ein Stückchen geradeaus mitfahren möchte. Wie weit wird nicht verraten. Nickt der Fahrer, steigt man ein. Die Fahrt geht los, und gehalten wird wieder, wenn jemand winkt. Auf diese Weise können bis zu acht Passagiere in jedem beliebigen Pkw Platz finden, fünf hinten drei vorne. Doch, doch, das geht!!Nun muss man nur noch irgendwann dem Fahrer zu verstehen geben, dass man wieder aussteigen will. Wer sich einmal auskennt, fährt auf diese Weise für nur ein paar Pesos durch die Stadt.

    Beim Aussteigen einen (kleinen!) Schein kommentarlos nach vorn geben und auf Wechselgeld warten. Niemals nach dem Preis fragen! Der Taxifahrer muss glauben, dass der Fremde die Strecke schon hundertmal gefahren ist und sich auskennt. Aber Achtung: Niemals als letzter aus dem Auto steigen, denn sonst erhöht sich schlagartig noch mal der Tarif. Auf diese Weise kann man von Kreuzung zu Kreuzung fahren; es gibt genug Taxis, so dass niemand lange warten muss.Fragt der Sammeltaxifahrer Una carrera?, muss man aufpassen. Denn damit erkundigt er sich, ob der Gast das Taxi für sich alleine haben möchte. So wird ganz schnell aus einem Sammeltaxi wieder ein normales Taxi, für das der Fremde locker das Zehnfache berappen muss. Also auf Una carrera? immer den Kopf schütteln und derecho-derecho antworten, auch wenn der Chauffeur begeistert eine individuelle Fahrt anpreist.

    Auf den gleichen Routen wie die Sammeltaxis - hauptsächlich auf den großen Einfallstraßen - pendeln unzählige guaguas, Minibusse. Manche sind die reinsten Schrottkisten, manchmal kommen aber auch japanische Kleinbusse vorbeigefahren, deren Aircondition auf Kühlschranktemperatur geschaltet ist. Von den guaguas gibt es Tausende, und es ist kein Problem, eines auf einer der großen Avenidas anzuhalten. Der Fahrer deutet durch Handzeichen an, was Sache ist. Lässt er lässig seine Hand kreisen, bedeutet es, dass er geradeaus fährt - und das machen praktisch alle. Gleichzeitig signalisiert er mit den Fingern, wie viele Plätze er noch frei hat - es sind immer mindesten drei, wetten, dass...?So passen in einem alten VW-Bus etwa 18 bis 25 Leute hinein. Weitere Mitfahrer hängen oft an der Öffnung der Schiebetür. Über alle wacht der cobrador, der wichtigste Mann an Bord. Er ist immer lässig aus dem Bus gelehnt, schreit das Fahrziel heraus, animiert Gäste, in "seinen" Bus zu steigen, verstaut Gepäck, lässt Leute ein- und aussteigen und gibt dem Fahrer die Kommandos wie "Stopp" oder "Weiterfahren". Und er kassiert. Bei diesem Thema wird der entscheidende Vorteil der guaguas deutlich. Hier kann nun jeder einfach einsteigen, kein Bus wird urplötzlich - wie eine carrera - in einen Luxusbus verwandelt. Man fährt ein Stückchen, gibt kommentarlos(!) ein paar Pesos nach vorne. Die anderen Fahrgäste reichen das Geld schon weiter. Im günstigsten Fall sieht der cobrador gar nicht, dass es von einem Ausländer kommt und gibt das korrekte Wechselgeld zurück.

    Die Kür des "Bewege Dich durch Stadt und Land-Examens" könnte eine Fahrt mit dem motoconcho sein. Hier handelt es sich um Motorrad-Taxis. Die Chauffeure sind meist junge Burschen, die mit ihren motorisierten Zweirädern durch die Straßen kurven und auf Handzeichen stoppen. Sie bringen einen Fahrgast über eine mittlere Distanz zu jedem gewünschten Ziel. Bis zu drei Personen(!) können hinter dem Fahrer sitzen. Der Preis ist nicht sonderlich hoch, liegt aber über dem der Sammeltaxis und Minibusse. Wer ihn vorher auszuhandeln versucht, gibt zu verstehen, dass er keine Ahnung hat (vom Preisniveau). Also: motoconcho heranwinken, das Ziel nennen; wenn der Fahrer nickt, aufsitzen, und ab geht's. Am Ziel muss man dem Fahrer die Scheine ganz leger in die Hand drücken und - natürlich - eine gewisse Vorstellung vom Preis haben. Liegt man daneben, wird der Fahrer es schon korrigieren, und man kann sich immer noch entschuldigen. Wer aber am Ende der Fahrt nach dem Preis fragt, fordert einen "Gringo-Zuschlag" förmlich heraus.


    Mit dem Motoconcho wird einfach alles Transportiert:


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