Nationalparks der Dominikanischen Republik

    Nationalparks der Dominikanischen Republik

    Nationalparks der Dominikanischen Republik


    Vielen Nationalparks fehlt die Erschließung durch Wege, Übernachtungsmöglichkeiten, Beschilderungen und teilweise das Personal zur Kontrolle und Besucherlenkung.
    Diese Mängel tragen dazu bei, dass touristische Aktivitäten nicht genügend gelenkt und unterstützt werden.



    Das führt unweigerlich zu einer negativen Beeinflussung der Flora und Fauna. Leider täuscht der Name „Nationalpark“ die Vorstellung vor, dass es sich um Schutzgebiete handle, in denen keine wirtschaftlichen Tätigkeiten vorgenommen würden. Für dieses bevölkerte Land mit begrenzten Agrarflächen ist die Ausweisung so großer Schutzflächen Luxus. Heute auf einen Schlag die Menschen aus den Nationalparks zu vertreiben ist schon problematisch, weil die meisten Menschen bereits vor der Schutzgebietsdeklaration hier siedelten. Teilweise wurden die Siedler durch das Militär vertrieben, viele kehrten zurück, und oft zogen wegen fehlender Überwachungsmöglichkeiten neue Familien in die Parks ein. Der Konflikt zwischen Schutzzone und Besiedlung ist den meisten Entwicklungsländern gemein.


    Es bleibt immer die Gretchenfrage, ob man das Problem durch die Vertreibung löst, oder ob es gelingt, den Menschen durch den Park eine Einkommensquelle zu beschaffen, und sei es als Führer im Tourismusgewerbe. Eine weitere Alternative ist es, die Peripherie der Schutzgebiete attraktiv zu machen, um die Bevölkerung durch Arbeit und Verdienst herauszuhalten. Nur fehlte es bislang an Strategien und auch an Finanzmitteln, um die Parks nicht nur formal mit dem Gesetz auszurufen, sondern die Ziele in gangbare Konzepte umzusetzen, die eine Steuerung der Nutzfunktion in den Parks gestattet und andererseits der Schutz- und Erholungsaufgabe gerecht wird. Aber wie sollte die Landnutzungsplanung in den Parks besser funktionieren als im übrigen Land?




    Einen weiteren Konflikt erzeugt die institutionelle Verworrenheit der Parkverwaltung. Hauptsächlich ist es die Direción Nacional de Parques, die Verantwortung für das Schicksal der Nationalparks zu tragen hat, jedoch kommen drei weitere hinzu, zum Beispiel die Militärforstverwaltung. Die große Anzahl von Institutionen, nicht geregelte Zuständigkeiten, Konkurrenz um Haushaltsmittel und Einfluss lähmen die Aktivität zu Lasten des Parkbetriebes. Die Aufgaben der Nationalparkverwaltung sind der umfassende Schutz und die Erforschung der Ökosysteme. Definierte Flächen sollen so betreut werden, dass sie sich in ihrem natürlichen Zustand halten, soweit man den Ökosystemen überhaupt eine solch statische Betrachtungsweise angedeihen lassen sollte. Des weiteren soll der Bevölkerung zum Zweck der Erholung und Erziehung der Eintritt frei sein, frei im Sinne einer geordneten und gelenkten Betretung.


    Die Formulierung dieser Oberziele allein gewährleistet jedoch nicht die Umsetzung, da der gesamte notwendige Strukturteil fehlt. [b]Den dominikanischen Nationalparks fehlt die Erschließung durch Wege, Übernachtungsmöglichkeiten, sanitäre Einrichtungen, Abfallentsorgung, Absperrungen, Beschilderungen und das Personal zur Kontrolle und Besucherlenkung. Diese mangelnde Kontrolle zeigt heute schon verheerende Auswirkungen, wenn touristische Bewegungen in Form der Abenteuerreisen und Trekkingtouren ausufern, da jederzeit alle möglichen Biotope, Habitate und ihre Population vor ihrer systematischen Erforschung und Erfassung gestört wird. Die üblichen Randerscheinungen sind die wilden Wege nebst dazugehörenden Müllkippen, zudem entgehen der Parkverwaltung oft die dringend benötigten Eintrittsgelder. Die Forschungs- und Schutzaktivitäten haben bislang mehr den Charakter der Aufstellung von Listen der gefährdeten Arten, wenig orientiert am Begriff der Ökosystemforschung, die versucht, Beziehungen von Tieren, Pflanzen, Menschen und der unbelebten Natur wie zum Beispiel den Klimafaktoren, in ihrer Gesamtheit zu ergründen. Momentan bringt es auch schnellere Erfolge, sich um die größeren Tiere wie das Krokodil, Schildkröte, Papagei und Flamingo zu kümmern. Zu wenig Aufmerksamkeit wird der übrigen Flora und Fauna gewidmet. Dies ist bedauerlich, da durch die Insellage eine Reihe von endemischen Arten entstanden sind, die vor ihrer Entdeckung und Erforschung verschwinden zu drohen. Da diese Arten nur auf dieser Insel anzutreffen sind, bedeutet der Verlust eine Verringerung des genetischen Potentials.
    Die punktuellen Arbeiten zu verflechten und auch systematisch voranzutreiben, verlagert sich mehr und mehr auf private, vertragliche Naturschutzarbeit, die von internationalen Verbänden beraten und gefördert wird, da die Behörden sich bis zum jetzigen Zeitpunkt als unfähig erwiesen haben.



    Sinnvoll erscheint es jedoch, auch in Zukunft den Staat nicht aus seiner Verantwortung zu entlassen. Nicht zuletzt der Reisenden, die aus den Industrieländern kommen und ein vielleicht ausgeprägtes Bewusstsein für Umweltbelange mitbringen, sollten durch ihr Verhalten „Umweltverträglichkeit“ demonstrieren. Das ständige Verlangen nach Informationen ist beispielweise eine Motivation für eine Behörde tätig zu werden.

    Eine nationale Form der Bewusstseinsbildung ist die Gründung einer Vielzahl von Umweltschutzgruppen. Ihre Entstehung verdanken sie Bürgerinitiativen, das heißt konkret-lokale Interessenverletzungen führten zu Interessenverbänden oder –Gruppen. Eine Einigung auf nationaler Ebene im Sinne einer gemeinsamen Strategie gibt es noch nicht, doch sind einigen Gruppen schon ansehnliche Erfolge gelungen.
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