Seltener Giftsäuger wiederentdeckt

      Seltener Giftsäuger wiederentdeckt

      Ein sensationeller Fund gelang Mitarbeitern des britischen Durrell Wildlife Conservation Trust: Sie entdeckten - und filmten - den vom Aussterben bedrohten Dominikanischen Schlitzrüssler (Solenodon paradoxus) in einem der letzten erhaltenen Waldgebiete Haitis.








      Dominikanischer Schlitzrüssler

      Eigentümlich und vom Aussterben bedroht: Der Schlitzrüssler von der karibischen Insel Hispaniola besitzt Giftzähne, doch sie nützen ihm nichts gegen neu eingeschleppte Feinde wie Hunde oder Mungos.

      Bis Anfang der 1980er Jahre war die Art in weiten Teilen Hispaniolas, der Insel, die sich Haiti und die Dominikanische Republik teilen, ausgerottet. Nur an wenigen Stellen wie dem haitianischen Massif de la Hotte überlebte der kleine Insektenfresser, der zu der sehr urtümlichen Säugetierfamilie der Schlitzrüssler zählt. Politische Unruhen und eine generell angespannte Sicherheitslage verhinderten in den Folgejahren, dass Forscher vor Ort nach den Tieren suchen konnten. Erst letztes Jahr gelangte wieder eine Forschergruppe um Amy Hall vom Trust in die Region und befragte die lokalen Bewohner nach Arten der umliegenden Wälder.


      Neben dem einigermaßen häufigen Nager Plagiodontia aedium, dem Dominikanischen Zaguti, erwähnten die Bauern noch ein zweites "Zaguti", dass deutlich seltener sei, eine längere Schnauze besäße und nicht ihre Ernten schädige. Das Interesse von Halls Team sprach sich schnell herum, und bald brachten Dorfbewohner die Überreste von drei Schlitzrüsslern, die einem Jäger und wohl einem Mungo zum Opfer gefallen waren. In den folgenden Monaten stellten die Biologen Fallen in den Wäldern auf, in denen sich nach einiger Zeit auch ein Schlitzrüssler verfing. Das Tier wurde dann gefilmt, und es wurde ihm eine Genprobe entnommen, bevor es wieder in Freiheit gelangte.

      Letztlich bestätigte das Exemplar, dass der Dominikanische Schlitzrüssler immer noch überlebt hat - womöglich auch weil die Bewohner des Massif in den Jahren zuvor immer wieder streunende Hunde in großer Zahl getötet hatten: Die Tiere hatten zu viele Hühner gefressen. Neben den Mungos gelten Hunde jedoch als stärkster Feind der nachtaktiven Schlitzrüssler. Sie können diesen beiden erst in den letzten Jahrhunderten eingeschleppten Räubern nichts entgegensetzen, obwohl sie ein für Säugetiere außergewöhnliches Merkmal aufweisen: Sie besitzen Giftzähne, mit denen sie ein für Menschen ungefährliches Toxin in ihre Beute injizieren können.

      Heute besitzen nur die beiden überlebenden Schlitzrüsslerarten diese Fähigkeit, die ansonsten noch in einigen sehr frühen und heute ausgestorbenen Säugerfamilien vorhanden war. Neben Solenodon paradoxus existiert der Kuba-Schlitzrüssler (Solenodon cubanus), der jedoch ebenfalls vom Aussterben bedroht ist und nur sehr sporadisch beobachtet wird. Exotische Fressfeinde und die voranschreitende Zerstörung ihrer Lebensräume bedrohen beide Vertreter - Haiti etwa weist eine der weltweit höchsten Entwaldungsraten auf, und natürliche Wälder überdauerten zumeist nur an unzugänglichen Stellen. Zusammen mit anderen Organisationen plant der Durrell Wildlife Conservation Trust nun ein umfassendes Schutzprogramm. (dl)




      Quelle: wissenschaft-online.de/artikel/978435&_z=798888
      Das ist ein wirkliches niedliches Tierchen, habe nachts mal eines gesehen.
      Im Naturpark Jaragua leben sie noch, wo wie in Los Haitises.
      Ein Problem der Tiere: Die Weibchen haben nur zwei Zitzen! Somit überleben nur wenige Jungtiere bei einer sowieso geringen Population.
      Hinzu kommt: Die Zitzen sitzen...sehr nahe am Anus. Da kann einem auch der Apetit vergehen.
      Die Tiere können sich mit ihren Giftzähnen leider auch selber töten, was gerade bei dem Machtkampf zwischen Männchen häufig vorkommt.
      Diese Infos habe ich aus einem Reiseführer, hier weitere Links:
      de.wikipedia.org/wiki/Solenodon_paradoxus
      de.wikipedia.org/wiki/Schlitzr%C3%BCssler
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