Fünf Tage Barahona-Ein Reisebericht (Teil 3)

      Fünf Tage Barahona-Ein Reisebericht (Teil 3)

      Dienstag, den 6.1.09



      Für heute ist ein Ausflug zum Lago Enriquillo geplant, und wir verlassen unser Hotel "El Quemaito" nahe Barahona mit einem kleinen Bus des Tour-Unternehmens "Eco-Tours" um 7.30 morgens.

      Fünf weitere Personen, ein Busfahrer und Reiseleiter Patrique begleiten uns auf dem Besuch in das Naturschutzgebiet im westlichen Inland der Dominikanischen Republik, nahe der haitianischen Grenze.

      Zunächst durchqueren wir die Stadt Barahona und biegen am Ortsausgang links ab, um uns in Richtung Lago Enriquillo (Enriquillo See) zu begeben.

      Der erste Abschnitt der Strecke führt uns durch einen riesigen ausgetrockneten Meereskanal, der sich zwischen den Gebirgszügen Sierra de Baruco und Sierra de Neyba befindet.



      Unser Reiseführer Patrique erklärt, dass die Dominikanische Republik in diesem Teil vor vielen Millionen Jahren durch Wasser noch einmal unterteilt war, und man kann noch immer die Salzablagerungen erkennen, die das Meer hier einst hinterlassen hat bevor die Bewegung der tektonischen Platten die Austrocknung verursachte.
      Durch diese Ebene fließt auch das Wasser durch noch vorhandene Flüsse in den Lago Enriquillo.


      Zuerst fahren wir durch die Ortschaft Neyba, in der Patrique einen leckeren Ananaskuchen kauft, den es nur hier gibt. Unterwegs passieren wir viele kleine Dörfer, Schlaglöcher in den Straßen und eine abwechslungsreiche und ursprüngliche Landschaft ohne Touristenscharen und Hotelhochburgen.



      Unterwegs wird uns erklärt, dass es in dieser Ebene wenig regnet, da sich die Regenwolken an den Gebirgshängen abregnen, das Wasser jedoch durch Bäche in das Tal und anschließend zum See fließt.
      In der Regenzeit kommt es hier häufig zu Überschwemmungen, besonders Hurrikan Noel im November 2007 riss viele Menschen in diesem Gebiet in den Tod oder nahm ihnen Haus, Hab und Gut. Am heutigen Tag kann man die Wassermassen an den ausgetrockneten Flussbetten nur erahnen.


      Am Eingang des Naturparks des Lago Enriquillo erwartet und gleich eine Schar Leguane, die uns überhaupt nicht scheu vor den Füßen herumlaufen.


      Gleich nach diesem ungewöhnlichen Empfang begeben wir uns zu einem kleinem Motorboot, dass uns zur im See gelegenen Insel "Isla Cabritos" bringt, die mit 12km Länge und 2,2km Breite die größte der drei Inseln im Lago Enriquillo ist.




      Auch hier auf der Insel empfangen uns wieder die Leguane, sowie andere Eidechsen und Vogelarten. Die hier ansässigen Krokodile hatten keine Lust und zeigten sich heute nicht.



      Gemeinsam mit einer Mitarbeiterin des Naturparks erklärt uns unser Reiseführer die Planzen-und Tierwelt des Lago Enriquillo, und klärt uns über die ökologischen Probleme dieses riesigen Biotops auf, dessen Wasserstand seit Hurrikan Noel täglich ansteigt.
      Patrique erklärt, dass sich der Wasserstand des Sees für gewöhnlich in der Regenzeit (Juni-Oktober) erhöht, aber in der Trockenzeit wieder absinkt.
      Seit 2007 steigt der Wasserspiegel kontinuierlich an, und gefährdet damit das Ökosystem der Region.


      Der Salzsee Lago Enriquillo erstreckt sich auf einer Größe von 265 Quadratkilometern, ist etwa 24 Meter tief und liegt 44m unter dem Meeresspiegel. Das Gebiet verfügt über eine große Vielfalt von Tieren und Pflanzenarten, neben den Leguanen unter anderem auch Krokodile, Flamingos und Kolibris. Sein Salzgehalt übersteigt den des Meeres um das dreifache.



      Seinen Name verdankt der See dem Sohn eines Häuptlings der Taino-Indianer im 16. Jahrhundert, der nach der Ermordung seines Vaters durch spanische Eroberer von Franziskanermönchen adoptiert wurde.
      Enriquillo widersetzte sich der Versklavung seiner einheimischen Stammesgenossen und verteidigte sich zunächst erfolgreich gegen die Angriffe der Spanier.


      Die Friedensverhandlungen fanden am heute als Lago Enriquillo bekannten Salzwassersee statt.

      Bevor es nun zurück zum Hotel geht genießen wir ein typisch dominikanisches Mittagessen mit Reis, Salat und Geflügel wo uns erneut die Leguane um die Beine laufen und nach Resten betteln.

      Auf dem Rückweg machen wir noch einen Abstecher zur haitianischen Grenze, um den haitianischen Markt am Grenzübergang bei Malpasse zu besuchen.
      Hier gibt es einfach alles- vom Kochtopfset über Kleidung, Benzin in Plastikflaschen und Lebensmittel.




      In der Ortschaft Boca de Cachon halten wir an einem "Balneario", einem natürlichen Schwimmbad, das von kaltem Quellwasser gespeist und von den Dominikanern als Waschgelegenheit genutzt wird.



      Müde und beeindruckt von dem schönen Ausflug, lassen wir den Abend bei Meeresrauschen und einem Gläschen dominikanischen Rum auf der gemütlichen Hotelterrasse ausklingen.