FM GLOBAL warnt Anleger vor Gefahren in der „DomRep"

      FM GLOBAL warnt Anleger vor Gefahren in der „DomRep"

      Forbes warnt Anleger vor der Dominikanischen Republik

      Es gibt zuverlässige und weniger zuverlässige Länder um Geschäfte zu machen. Wer sucht einen internationalen Lieferanten, möchte ein Büro in einem anderen Land der Welt eröffnen? Wer sucht internationale Kunden oder möchte seine Geschäfte und Dienstleistungen international ausweiten?
      Wie sieht es aus mit der Stabilität der Geschäftsumgebung? Oder mit Korruption in der Regierung? Wie sieht es aus mit dem Risiko und den Gefahren durch Naturkatastrophen? Wie hoch ist die Gefahr von Überschwemmungen und Erdbeben, was bietet die Infrastruktur?

      FM Global ist eine internationale kommerzielle und industrielle Versicherungsgesellschaft, seit 179 Jahren im Geschäft und hat seinen Hauptsitz in Johnston, Rhode Island, USA. Im neuen „FM Global Resilience Index“ hat man 130 Länder in einer Kurzübersicht bewertet. Das Versicherungsunternehmen weiß wovon es redet. Verlustverhinderungsdienstleistungen sind das Hauptgeschäft von FM Global. Zu den Kunden zählen große Gesellschaften rund um den Erdball.

      Welche Länder sind die flexibelsten? Bieten Sicherheit und Infrastruktur, Transparenz politische Stabilität? Ganz oben steht Norwegen, nicht zuletzt weil das Unternehmen ExxonMobil hier seit 120 Jahren ohne Probleme operiert. Auf Platz 2 folgt die Schweiz, hier bewertete man sehr hoch Bankgeheimhaltungsgesetze und die stabile politische Umgebung. Kanada, auf dem dritten Platz, punktete mit einer festen Regierung, Ölreserven und einer gut entwickelten Infrastruktur.

      Die USA findet man erst au Patz 10 in den Top 10. Hier muss man erwähnen dass man die Vereinigten Staaten in drei Risikozonen unterteilt. Die Region 3, bestehend aus 26 Ländern im Südwesten, Mittleren Westen und Süden (Washington, Arizona, Illinois, Ohio, Michigan u.a.) liegt auf Platz 10. Die US-Region 1 (mit Florida, Louisiana, New Jersey, New York u.a.) liegt wegen der Gefahr von Stürmen und Überschwemmungen auf Platz 18. Die letzte US-Region(2) befindet sich auf Platz 21 (hinter Großbritannien und vor Singapur), hier sorgen wegen der Erdbebengefahr und anderen drohenden Katastrophen, die Staaten wie Alaska, Hawaii, Kalifornien und Oregon) für eine schlechtere Bewertung.

      Insgesamt hat FM Global drei Haupt-Kategorien: Wirtschaft, Risiken, Versorgung. Dazu schaut man besonders auf diese Punkte:

      BIP pro Kopf / Politische Gefahr (einschließlich Terrorismus) / Ölvorkommen (in Hinsicht auf eine drohende Ölknappheit im Land) / Drohende Naturgefahren / Qualität des Gefahrenrisikomanagements (wie kann das Land reagieren auf Überschwemmungen, Feuer und Erdbeben) / Kontrolle der Korruption / Qualität der Infrastruktur / Qualität der lokalen Versorgung.

      Insgesamt hat FM Global 31 Datenquellen zur Auswertung herangezogen, darunter auch Informationen des IWF (Internationaler Währungsfonds) hinsichtlich des BIP. Vom Weltwirtschaftsforum bezog man Daten bezüglich der globalen Wettbewerbsfähigkeit und Berichte von tausenden Unternehmensmanagern gaben Aufschluss über die lokale Infrastruktur und Versorgungsqualität.

      Angesichts dieser Informationen ist ein Blick auf die TOP 25 Länder für internationale Geschäftstätigkeiten und Investitionen kein Wunder. Hier die Auflistung: Norwegen (1), Schweiz (2), Kanada (3), Australien (4), Irland (5), Deutschland (6), Luxemburg (7), Niederlande (8), Belgien (9), USA Reg.3 (10), Finnland (11), Neuseeland (12), Schweden (13), Dänemark (14), Katar (15), Frankreich (16), Österreich (17), USA Reg.1 (18), Hongkong (19), Großbritannien (20), USA Reg.2 (21), Singapur (22), Island (23), Portugal (24)und Spanien (25).

      Das Mittelfeld kann man überspringen und sich den Ländern widmen welche am wenigsten geeignet sind um sich einen internationalen Standort zu suchen.
      Die TOP 25 der schlechtesten Länder wird angeführt von der Dominikanischen Republik. Hier die Auflistung: Dominikanische Republik (1), Venezuela (2), Kirgisien (3), Mauretanien (4), Bolivien (5), Pakistan (6), Nicaragua (7), Guyana (8), Jamaika (9), Ägypten (10), Honduras (11), Paraguay (12), Ecuador (13), Philippinen (14), Nepal (15), Benin (16), Algerien (17), Zimbabwe (18), Indien (19), Rumänien (20), Timor (21), Kolumbien (22), Kambodscha (23), Bangladesch (24) und Indonesien (25).

      Wer nun einige Länder vermisst, dem sei gesagt: Diese Länder wurden nicht bewertet weil man sie nicht als unabhängig betrachtet (u.a. Taiwan, Palästina), andere wieder sind als sehr unsicher und instabil bekannt (Haiti, Ruanda, Kongo, Syrien, Sudan...), hier hatte man nicht genug Daten bekommen um eine genaue Bewertung vornehmen zu können. Da die Auswertungen bereits im Jahr 2013 stattfanden, darf man davon ausgehen, dass z.B. die Ukraine deutlich schlechter bewertet werden.

      Was brachte nun die Dominikanische Republik auf den (in diesem Fall unbeliebten) 1. Platz? Der Inselstaat inmitten der Karibik bietet 2 große Risiken bei Naturkatastrophen. Die Wahrscheinlichkeit von Stürmen (Hurrikans) und Erdbeben ist hoch. Hier kommt, im Gegensatz zu anderen Erdbebenregionen, negativ hinzu: viele Bauten in der DomRep entsprechen nicht dem erforderlichen Erdbeben-Kodex. Schon mittlere Beben können fatale Folgen nach sich ziehen (wie das Beben in der Region von Puerto Plata Anfang des Millenniums).
      Hinzu kommt das Unvermögen hinzu schon leichte Unwetter schlecht „bearbeiten“ zu können. Schon 2-3 Tage mit starken Niederschlägen führen immer wieder zu Überschwemmungen. Auch die Infrastruktur weist deutliche Mängel auf. Zwar konnten einige Abschnitte mit besseren Straßenanbindungen aufwarten, doch generell gilt im Land: schlechte Straßen, schlechte Beleuchtung in der Nacht. Überhaupt gibt es enorme Stromprobleme, nebst Versorgungsproblemen mit Wasser (in einigen Regionen).

      Ebenfalls ein deutlicher Schwachpunkt ist die extrem hohe Korruption im Land. Der Deutsche Transparenzindex NGO setzte die Dominikanische Republik auf Platz 123 (von 177 Ländern) bei der Korruption und bei Transparenz landete man auf Platz 160. Wer hier im Land lebt, der kennt auch Begriffe wie „Beziehungen“ und „Vetternwirtschaft“. Unverzichtbar, wenn man im Land etwas erreichen will.

      Der FM Global Index soll Unternehmern zeigen, welche Risiken in welchen Ländern drohen. Bei einer solchen Bewertung verwundert es nicht dass man in der Dominikanischen Republik händeringend nach Investoren sucht, viele Versprechungen macht und mit Steuerfreiheiten bis zu 15 Jahren internationale Anleger lockt.

      Hätte der Index noch Kategorien gehabt für Rassismus, Gewalt, Menschenrechtsverletzungen...die Dominikanische Republik hätte ihre Position nur noch mehr untermauert. Es ist immer schön für Residenten und Unternehmer, wenn man von seinen Rechten lesen kann die einem zustehen. Wie diese dann umgesetzt werden erkennt man erst in dem Moment wenn man einen Rechtsstreit hat. Recht haben und Recht bekommen sind zwar auch in anderen Ländern nicht ein und das Selbe, doch in der DomRep findet sich das Recht selten im gesetzlichen Regelwerk, eher unter Begriffen wie „Vitamin B“, (B= Beziehungen / Bestechung). Wohl dem, der die Justiz nicht braucht. Doch bei dem momentan gültigen Strafrecht ist dies nicht einfach einzuhalten. Es gilt nämlich: Nicht die Schuld muss einem nachgewiesen werden, man muss seine Unschuld beweisen. Nicht immer so einfach. Schon gar nicht, wenn es gekaufte Zeugen / Anwälte und oder Richter gibt.
      Es geht alles seinen karibischen Gang...