Dominikanische Republik: zum INVESTIEREN schön?

      Dominikanische Republik: zum INVESTIEREN schön?

      Dominikanische Republik: Traum oder Albtraum für Investoren?

      Erst kürzlich konnte man nachlesen dass die Dominikanische Republik den 1. Platz inne hat im Raum Karibik / Lateinamerika. Es ging dabei um die in das Land fließenden Gelder von Investoren.
      Tatsächlich lag man in der „DomRep“ in den Jahren 2012 und 2013 ganz vorne. Allein, diese Zahlen täuschen. Viel Geld kam ins Land, jedoch immer weniger Investoren kommen! Zur Erklärung: Im Jahr 2012 wurde die Nationale Dominikanische Brauerei (CND, stellt unter anderem die Marken Presidente und Bohemia her) von einer der größten Brauereien der Welt (Ambev) übernommen. Es flossen mehr als 1,3 Milliarden USD. Im Jahr 2013 wiederholte sich das Glück, der Staat kassierte hohe Steuern als die Telekommunikationsfirmen ORANGE Dominicana und Tricom an ein europäisches Unternehmen gingen. Auch hier zahlte nur ein Investor mehr als 1 Milliarde USD.

      Dadurch katapultierte man sich auf Platz 1, doch die Wahrheit bezüglich Investitionen in der Dominikanischen Republik sieht anders aus.
      Immer mehr Investoren sind unzufrieden, drohen mit Rückzug. Einige sind schon gegangen, manche von ihnen in einem Zustand den man mit „Pleite“ umschreibt.

      Wie verhält sich dies zu den Lobreden welche man von vielen Geschäftsleuten / Hoteliers / Unternehmen hört, wenn es um die Feierlichkeiten bei Grundsteinlegungen oder Einweihungen geht? Sind da nicht die Anleger voll des Lobes, sprechen von juristischer Sicherheit, von einer guten Wirtschaftslage und vielen anderen schönen Dingen welche die Dominikanische Republik zu bieten hat?

      Was will man erwarten? Am Anfang strahlt jeder Investor, denn über den Status der Versprechungen (vor allem seitens der dominikanischen Regierung und ihren Behörden) ist man nicht hinaus.
      Anlegern verspricht man mittlerweile bis zu 15 Jahre steuerfreie Einnahmen, das blendet die Wahrnehmung für Realitäten. Diese stellen sich dann aber schnell ein. Zu Beginn versprechen Regierungspräsident und Gefolge (Minister) volle Unterstützung.

      Doch was diese Herren der Regierungs-Oberliga nicht sagen: sie sind nicht Herr über ihre Mitarbeiter. Schon sie selbst sind gern an „Nebeneinnahmen“ interessiert, aber absolut sicher kann man sein dass der gesamte Behördenapparat lahmt.
      Nachdem Abkommen geschlossen wurden und die ersten Gelder im Land sind, stockt es gewaltig. Man wartet auf Genehmigungen und Lizenzen, nicht selten dauerte es bis zu 2 Jahre und mehr. Dieses Manko will die Regierung schon lange beheben, allein der Erfolg ist dürftig. Schon der Grundstückskauf und die dann erforderliche Umschreibung eines Titels über den Eigentumswechsel kann Jahre dauern. Hinzu kommen Genehmigungen zum Bau, wobei nicht nur die Gemeinde gefragt werden will, auch das Umweltministerium und bei touristischen Projekten das Tourismusministerium müssen ihren Segen geben.

      Vom Einreichen des Antrags bis zur amtlichen Genehmigung vergehen Monate / Jahre. Tote Zeit, für Anleger ein Grauen. Das Geld (zumindest ein hoher Teil) ist geflossen und kann nun nicht arbeiten und die gewünschten Erträge und Gewinne bringen.

      Was dauert so lange? Die Erklärung ist simpel: jeder noch so kleine dominikanische Funktionär und Angestellte erwartet etwas. Wer gut schmiert – der gut fährt, so heißt es ja sogar im deutschen Volksmund. Es sind viele Taschen die gestopft werden wollen. Wasserbehörde, Baubehörde, Umweltamt... jeder hat ja was zu sagen. Diesem kann man nur einen Vorteil abgewinnen: Mit etwas Glück zahlt man „Schmiergelder“ und bekommt was man will. Bei etwas Pech kommen noch mehr „wichtige Personen“ und kassieren ebenfalls ab. So aber lassen sich auch viele wichtige und bedeutende Vorschriften und Gesetze umgehen.
      Ob das immer von Vorteil ist darf bezweifelt werden. Nur ein Beispiel: Für viele Anlagen gibt es klare gesetzliche Auflagen, zum Beispiel bei der Brauchwasserentsorgung. Wo eine Kläranlage Vorschrift wäre kommt eine Sickergrube zum Einsatz. Der Anleger spart, trotz gezahlter Schmiergelder. Ob sich aber die Bevölkerung freut wenn die Sickergrube überläuft und die Bakterien sich auf den Weg ins Grundwasser / Meer / Fluss machen? Wie erfreut ist die Nachbarschaft wenn die Brunnenanlage Wasser für die Zisterne kontaminiertes Nass fördert?

      Bis hin zum Bürgermeister und seinen Mitarbeitern, Stadträte und viele mehr, sie alle stellen sich gerne quer und erwarten kleine (oder große) Aufmerksamkeiten, je nach Größe des Projektes. Als aktuelles Beispiel kann hier der Bau der zwei Anlegerstellen für Kreuzfahrtschiffe genannt werden. Das US-Unternehmen Carnival Inc. plante den Bau in Maimon, bei Puerto Plata. 65 Millionen USD als Investment, die Schaffung von den wichtigen Arbeitsplätzen, die Wiederbelebung des brach liegenden Tourismus im Norden der Dominikanischen Republik – es war ein Segen. Allein, die Daten für den Baubeginn verschoben sich ein um das andere Mal.

      Schnell fand man eine Erklärung. Der damalige Regierungspräsident Dr. Leonel Fernandez hatte sich mit Palästina angefreundet, die Unabhängigkeit des Staates Palästina anerkannt und sogar den Regierungschef besucht! Sicher war das ein Anlass für das US-Unternehmen nun erst einmal von dem Vorhaben Abstand zu halten! Die Unternehmer sind ja schließlich Juden.
      Die Erklärung war eine andere. Bei dem Vorhaben machte die Regierung einige Zugeständnisse. Die große Müllkippe (am Eingang zur Anlegerstelle) musste verschwinden, welcher Tourist will schon bei seinen ersten Schritten des Landganges sehen wie man hier unachtsam den Müll in der Natur ablädt? Eine Zufahrtstraße sollte gebaut werden, sowie eine Plaza mit Verkaufskiosken.

      All dies vermisste der Investor. Warum sollte er Millionen USD ausgeben wenn die Regierung nicht ihre Versprechen hielt? Sie musste vorlegen bei den Bauvorhaben. Vor allem aber, das war eine klare und peinliche Ansage des Unternehmens Carnival Inc.: man wartete auf die Genehmigungen vom Umwelt- und Tourismusministerium!

      Einem Paukenschlag gleich erzitterte man in Santo Domingo und wurde schlagartig aktiv. Und so kam man letztendlich in Gang und Ende 2014 soll schon das erste Kreuzfahrtschiff in Puerto Plata anlegen, mit mehr als einem Jahr Verspätung. Die Müllkippe ist aber bis heute noch in Betrieb – hoffentlich stinkt das später nicht mehr zum Himmel.

      Kein Einzelfall, nur deshalb in Kürze ein anderes Beispiel. „Tropicalia“, so heißt das Mega-Investment in Milliardenhöhe. Bei Miches soll das neue „Punta Cana“ der Dominikanischen Republik entstehen. Ein Bauvorhaben für mehr als 20 Jahre, eine neue Welt soll hier für Touristen entstehen. Alles geplant und genehmigt, doch nichts tat sich und die Bevölkerung wartete mehr als 2 Jahre auf die kommende wirtschaftliche Verbesserung. Mehr Lebensqualität, endlich Arbeit, doch nichts passierte.

      Auch hier hatte gleich zu Anfang die Regierung versagt. Fakt ist, das neue Gebiet lag und liegt fern von allem was man eine funktionierende Infrastruktur nennt. Vor allem fehlte eine vernünftige Straße welche das paradiesisch entlegene Gebiet mit dem „Rest der Welt“, oder zumindest der Dominikanischen Republik verband. Es gab nur eine Buckelpiste, bei Regen noch dazu oft überschwemmt. So brauchte man für wenige Kilometer Weg doch Stunden an Fahrtzeit.
      Für die Investoren bedeutete dies: Viel Zeit geht verloren wenn die LKW anrollen mit dem Baumaterial! Zuerst muss die dominikanische Regierung die Straße bauen, dann erst kann das Projekt in Angriff genommen werden. Nun, so ging alles eben einmal mehr den karibischen Gang – und dauerte.

      Dies zeigt vor allem, dass einige Investoren schon gelernt haben. Sie bewegen und zahlen erst mal nichts, erst das Versprechen einlösen, erst die Regierung dazu bringen ihre Pflichten zu erfüllen. Danach gibt es noch genügend Hürden.

      Hier kann man die „Embargo-Erpressungen“ aufführen, viele Hoteliers und sogar weltbekannte Hotelketten wurden Opfer. Schauplatz war Punta Cana, später auch La Romana und Bayahibe. Klar, hier boomt der Tourismus, hier macht man Geld! Das rief einige skrupellose Anwälte, Staatsanwälte, Gerichtsvollzieher und Richter auf den Plan. Mit gefälschten Forderungen ging man gegen die Unternehmer und Hoteliers vor. Fern von jeder juristischen Sicherheit, fern von einer Gesetzgebung.


      Korrupte Polizisten und Militärs rückten in Hundertschaften an, zerstörten vorsätzlich Hoteleinrichtungen und versetzten Touristen in Panik. Nicht selten wurden diese aufgefordert die Hotelzimmer zu verlassen, man nahm ihnen sogar Wertgegenstände ab!

      Immer wieder riefen die Hoteliers um Hilfe, forderten den Generalstaatsanwalt des Landes dazu auf etwas zu unternehmen gegen seine kriminellen Kollegen aus der Justiz. Dutzende Fälle ereigneten sich und erst als internationale Hotelketten damit drohten die Dominikanische Republik zu verlassen, passierte etwas. Die Aktionen wurden eingestellt, zumindest für einige Monate. Erst kürzlich gab es wieder einen Rückfall und die Hotelkette „Bahia Principe“ mahnte sofort die Regierung.

      Wenn schon Korruption und Geldgier nicht vor renommierten Weltunternehmen Halt machen, wer glaubt dann dass er als kleiner Unternehmer hier im Land gut aufgehoben ist?
      Doch, wir wollen nicht unfair sein. So mancher Investor fühlt sich hier wohl. Dazu sagen wir nur ein Wort: Geldwäsche. Es gibt genügend Unternehmen und Immobilien im Land die mit Schwarzgeld/Drogengeld errichtet wurden. Da möchten wir nun nicht Namen auflisten, wer als Resident im Land aufmerksam die Entwicklungen und Nachrichten verfolgt, der ist im Bilde.

      Interessant an dieser Stelle: Die Dominikanische Republik ist auch bekannt für Sextourismus. Nicht gern gesehen seitens Generalstaatsanwaltschaft und Tourismusminister. Man fürchtet um sein gutes Image. Katholische Doppelmoral möchte man sagen. Wenn schon der Nuntius des Vatikan sich hier an minderjährigen Jungen verging, was kann da schlecht sein an dem ältesten Gewerbe der Welt? Gerade die dominikanischen Frauen haben einen schlechten Stand im Land. Ihre Gebärfreudigkeit dient den Machos als Beweis ihrer Männlichkeit, doch Verantwortung zeigen die „Super-Männer“ ungern und höchst selten für den gezeugten Nachwuchs.
      Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist schlecht, die Bildung der oft schon im Kindesalter zur Mutter gemachten Frauen ebenso. Also bleibt die Prostitution. Die Regierung sieht es als einfacher an dieses Gewerbe zu verteufeln als Abhilfen der Notlagen zu schaffen. Aufklärung, Verhütung und Hilfsprogramme wären zu umständlich.
      Was das nun mit Investoren zu tun hat? Nun, ganz einfach. Erst kürzlich wurde ein „Betrieb“ in Santo Domingo geschlossen. Im angesehenen Sektor „Gazque“, hier sind Immobilienpreise besonders hoch. Die Betreiber einer „Unterhaltungsstätte“ hatten 2x das Pech dass man den Betrieb schloss. Nun kam es wie es kommen musste. Verurteilung wegen Förderung der Prostitution und des Menschenhandels, Enteignung. Die wertvolle Immobilie geht in Regierungsbesitz über.

      Dieses Schicksal droht auch internationalen Investoren! Wer abgeschoben wird, dem droht der Totalverlust. Die Bürger aus Haiti kennen das zur Genüge. Nur dass man ihnen nicht einmal einen Prozess macht. Man verhaftet sie, setzt sie in einen Bus und schafft sie an die Grenze. Was immer sie im Land zurück lassen, es wird schon neue Besitzer geben. Sollte den illegalen Einwanderern es gelingen noch etwas mitzunehmen so kommt es vor dass man ihnen auch das noch an der Grenze abnimmt.

      An dieser Stelle möchten wir nun fortsetzen. Es ist der Bereich „Dominikanische Republik als Investorenland“. Was passierte, was kommen wird und wie einige Organisationen aus der großen weiten Welt die Lage beurteilen, das findet sich hier.
      Es geht alles seinen karibischen Gang...
      Erst mal geht es um Investoren.

      Anders ist es bei Residenten. Hier muss man unterscheiden. Es gibt Aussteiger und Lebenskünstler, sie haben es ungleich schwerer als wohl situierte Ruheständler mit Vermögen und guter Rente.

      Aber das ist ein anderer Themenbereich. Kommt auch mal.
      Es geht alles seinen karibischen Gang...