„ Whale-Watching“ in der Bucht von Samana

      „ Whale-Watching“ in der Bucht von Samana

      Die treusten Gäste in der Bucht von Samana sind die Buckelwale aus dem hohen Norden, sehr zur Freude der Touristen und Einheimischen.

      Jedes Jahr von Mitte Januar bis Mitte März treffen sich die gewaltigen Buckelwale in der Bucht von Samana. Die riesigen Meeressäuger werden rund 15 Meter lang und 30 bis 40 Tonnen schwer. Im Vergleich zu anderen Walarten besitzen sie auffällig große Brustflossen. Die Buckelwale des Atlantiks schwimmen den langen Weg von den kalten arktischen Gewässern rund um Grönland und Island hierher, um zu flirten und für Nachwuchs zu sorgen. Das Wasser in der geschützten Bucht von Samana ist 12 bis 20 Meter tief und bietet den Walen die beste Voraussetzungen zur Paarung. Biologen meinen, das warme flache Wasser sei zudem ideal für die Geburt und das notwendige rasche Wachstum der zunächst noch kälteempfindlichen Wal-Babys. Die Jungen haben nur eine dünne Tran-Schicht, die den Körper im kalten Wasser nicht ausreichend schützt. Mit fünf bis acht Jahren werden sie geschlechtsreif. Dann können sie alle zwei bis drei Jahre ein Junges zur Welt bringen. Berühmt sind die Gesänge, mit denen die Walbullen versuchen, ihre Partnerin zu betören.
      Das Whale-Watching in der Bucht von Samana ist ein großartiges Erlebnis. Zwar können die Veranstalter keine Garantie übernehmen, dass man tatsächlich Buckelwale zu sehen bekommtt, weil im Februar sind die Chancen dafür ganz ausgezeichnet, während sie im März meist schon wieder schlechter werden, die Buckelwale zu zu sehen.
      Die Boote starten in mehreren Orten, beispielsweise in Santa Barbara de Samana oder in Sabana de la Mar auf der anderen Seite der Bucht.
      Die Beobachtungsfahrten in der Bucht von Samana sind inzwischen gut organisiert. Es gibt kaum noch Auswüchse wie vor Jahren, als kleine Boote mit waghalsigen Manövern versuchten, ganz nah an die riesigen Meeressäuger heranzufahren. Eine lokale Organisation sorgt dafür, dass nur geeignete Boote und geschulte Skipper hinausfahren und dass bestimmte Spielregeln wie beispielsweise Mindestabstände zu den Walen eingehalten werden. So darf sich ein Boot maximal 30 Minuten zum Beobachten bei einer Walgruppe aufhalten, dann muss es abdrehen und andere Wale suchen. Auch sollen nicht mehr als zwei Boote gleichzeitig eine Gruppe von Walen begleiten.
      Die Dominikaner, die hier leben, waren schon immer Fischer, aber nie Walfänger. Doch inzwischen leben einige recht gut von den Walen, denn das Naturschauspiel ist für Samana zu einem der bedeutendesten Wirtschaftsfaktor geworden, waren es bei den ersten Ausflüge 1986 noch nicht einmal 1000 Touristen zum Whale-Watching, kletterte die Zahl einer Studie des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED) zufolge in den vergangenen Jahren auf mehr als 30 000 Besucher. Inzwischen gibt es aber auch Warnungen, dass eine Grenze erreicht sei und die Wale noch mehr Störungen durch die Beobachtungsboote nicht verkraften würden.

      Wal-Touren, die mit Ausflügen in den Nationalpark Los Haitises kombiniert sind, kann man auch in vielen Hotels der Dominikanischen Republik als Tages- oder Mehrtagesausflug buchen. Die Preise für einen Tagestrip liegen meist bei rund 100 US-Dollar (75 Euro).