Ohne Worte

      Habe diese Geschichte Heute gelesen - wusste nicht ob ich diese einfügen soll und darf. Es ist eine Geschichte von einer Person, welcher die Insel Hispanola auf eine andere Weise sieht:



      Wer das wohl sein mag?



      Mein Gegenüber war mir gänzlich unbekannt – und doch war mir eines gewiss – er schien mich zu hassen. So sehr ich mich aber bemühte, mich an eine Begegnung mit dieser Gestalt zu erinnern – nichts in meiner Vergangenheit schien wachgerüttelt zu werden.



      Ob es an meiner Uniform lag – schien mir aber eher unwahrscheinlich – eigentlich hatte ich eher den Eindruck das er mit dieser Uniform nichts anzufangen wusste – und trotz der unklaren Definierung, was ich wohl sein möge – sah ich es – nein spürte ich es förmlich – diese tiefe Abneigung – dieses Fremde – dass wie ein stiller Vorwurf auf mir zu lasten begann.



      Unruhe überkam mich immer mehr – wer oder was war denn dieses Gegenüber, dass sich erlaubte mich so zu taxieren – nur mühevoll unterdrückte ich meinen stärker werdenden Wunsch hinaus zu schreien, „Verdammt wer bist Du denn überhaupt?!“

      Stattdessen erkannte ich kaum meine eigene Stimme als ich wie verängstigt, mich dünkt gar mit krächzender Stimme – ach wie ich mich doch dafür hasste in diesem Moment – fragte „Wer sind denn Sie?“



      Es folgte ein langes Schweigen – dann die Gegenfrage: „Würde es Dich beruhigen, wenn ich Dir sagen würde – der Sohn von Enriquillo? Enriquillo – einer der letzten der Tainos die versuchten nicht von eurer Kultivierungsmassnahme ausgerottet zu werden?“ - Schweigen – und wie angenommen fuhr er fort:

      „Sorge Dich nicht – dies ist nicht möglich – man hat dieses Volk versklavt, unterjocht da es keinen Wert darstellte – und die Frauen und Kinder, Männer und Greise abgeschlachtet und krepieren lassen auf dem Boden wo Sie geboren wurden – da ist kein Nachkomme mehr hier“



      Was soll das denn, dachte ich ausharrend, was da noch kommen möge.



      „Oder bin ich einer der Sklaven – Sie wissen schon – auch so eine der überheblichen Aktionen der weissen Rasse die sich anmasst andere zu erniedrigen weil andere nicht so sind wie sie es für richtig befinden. Man hat ja davon ein paar Tausend gefangen damit Sie hier die Dreckarbeit für Euch machen dürfen – natürlich in Obhut christlicher Fürsorge. Mal hin und wieder ein paar niedergemacht, vergewaltigt und mit den Füssen getreten – nicht sonderlich von Bedeutung für eine solch erhabene Rasse – nicht wahr?“



      Nun allmählich begann er mich zu nerven – dieses Gegenüber – was fiel dem überhaupt ein?!



      „Nein“ hörte ich Ihn wahrhaftig weiterfahren „ auch das bin ich nicht. Allerdings bin ich auch kein Einheimischer von dieser Insel – wie auch – diese gibt es ja in Wirklichkeit nicht mehr. Die Sklaven von damals sind es ja nun vielleicht. Oder eher die, die sich mit Euch gepaart haben um den schrecklichen Makel der dunklen Haut und damit der Minderwertigkeit zu verlieren. Wie dumm gedacht – die Geschichte belegt doch, dass es immer wieder Gründe gibt, wieso solche die doch nicht hierher gehören, missionarisch beweisen, wie minderwertig sie doch sind – verzeih wenn ich dies dumm und überheblich bezeichnen mag. Aber seit Ihr wirklich so viel besser? Kannst Du das bejahen?“



      Ziehen wir aus um andere Völker zu vernichten, weil diese nicht so aussehen wie wir, nicht so glauben wie wir und nehmen uns gleich noch die Frechheit heraus zu sagen – dass sie auch nicht fühlen wie wir?“



      „Nun ja das ist ja schon lange vorbei – vergangene Geschichte – Heute seit Ihr ja wieder hier – nicht wahr. Ihr seit gekommen weil Ihr gelernt habt zu tolerieren, gelernt habt dass das was Ihr Realität nennt, vielleicht nicht die ist, die für alle gilt. Weil Ihr gelernt habt, das dass was Ihr Fortschritt nennt für andere ein freudloses und Rückgrat loses Dasein bedeuten könnte.



      Nicht wahr Ihr seit wieder hier, weil Ihr verstanden habt, dass andere nicht alles so geregelt haben müssen um sich nicht selbst in sich selbst zu verlieren.



      Oder seit Ihr vielleicht hier um zu lernen, dass was Ihr anderen und Euch selbst gelernt habt, vielleicht dazu beitragen könnte, dass ihr andere Denkweisen nicht mehr zu verstehen vermögt?“



      Seine Augen glitten über mein Antlitz – meine Kleidung, musterten meine Haltung und ich bemerkte etwas wie ein Lächeln – dem aber jede Fröhlichkeit fehlt.



      „Nein ich bin die Zukunft – vielleicht – dann wenn es nichts mehr zu berichtigen gibt, nichts mehr zu diskriminieren gibt, nichts mehr zu missionieren gibt zu dieser ach so fortschrittlichen Kultur, die damit endet, dass man Schmach mit Blumen bedeckt, Schande mit Bedauern beantwortet und sich und seinesgleichen jedes eigenen Wertes entledigt hat und zu einem zeitlosen, so wie nutzlosen Bündel des Fortschritts gemacht hat, der direkt auf den unausweichlichen Abgrund hin führt – denn Ihr selbst vor ach so langer Zeit begonnen habt selbst zu graben – vielleicht damals als Ihr das erste mal gekommen seit.“






      • Wusste ich es doch – er hasste mich dieser.......




      „Verzeih ich bin nichts von alledem – Du wirst es nicht begreifen – wie solltest Du auch – schau mal in Deine Welt – wer das Fortschritt nennt – hat nichts begriffen – wer das Gerechtigkeit nennt – kennt keine Moral und wer in andere Länder geht und mit Gewalt überzeugen muss, was besser für den Frieden ist scheint mir nicht zu wissen was er tut.



      Ich bin nichts von alledem – eigentlich bin ich nicht mehr als all die Fragen die Du Dir hättest stellen sollen, bevor Du hierher kamst und Antworten gibst – obwohl Dich niemand gefragt hat. - Mehr nicht“

      von B.E - kopieren und Weiterverwenden auch Auszugsweise ohne Genehmigung des Webseitenadministartoren untersagt.
      Nun die wurde ja zugeschickt - nebst einigen anderen Geschichten, das wir diese verwenden dürfen - "die Gedanken eines Mannes der glaubt dass das grösste Problem der Residenten sei dies, sie glauben das Land müsse sich Ihnen anpassen und nicht umgekehrt."

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      Nun es gibt wohl für alles immer verschiedene Betrachtungsweisen - jede hat sicher irgendwie Ihre Berechtigung - zumindest diese mal zu lesen.

      Es ging wohl weniger darum um anderen zu sagen, dass sie sich wie "I....." aufführen - mir kam es eher so vor, dass es gewünscht wird, dass man die Republik mal aus anderen Perspektiven betrachtet, als die voreingenommene Europäische Version es zumeist nun mal ist.

      Mich störrt bei beiden Seiten die wenig offene Dialogbereitschaft - die harten Fronten und die beinahe an Rechthaberei grenzende Stellungsnahme - so ist es.

      Zumindest dies stellt dieser Artikel auch in Frage - denn es könnte nur sein dass .....

      Ich habe den Artikel einige Male gelesen - versuchte diese Ansicht nachzuvollziehen - denn wer etwas verstehen möchte, sollte immer verschiedene Informationsquellen einbeziehen um sich selbst ein Bild machen zu können - auf Grund eigener Erkenntnisse - nachreden und hinterher plappern - das ist für mich nicht ernst zu nehmen - desswegen schätze ich die Berichte hier von Residenten vor Ort sehr, dass man aus dem Alltag auch einiges mitbekommt, was für mich interessanter ist, als die News - die sich dauernd wiederholen und für aussenstehende die nicht davon betroffen sind (Touristen sind dies nun zumeist nicht) meist so spannend sind, wie kalt gewordener Kaffee.

      Da sind Erlebnisberichte, Urlaubsberichte, Berichte über Bauarbeiten, Routenbeschreibungen und Beschreibungen von Sehenswürdigkeiten wohl viel attraktiver - zusammen sollte es eine Mischung geben die doch ein paar Menschen die Möglichkeit gibt ein wenig mehr über das Land und die Bewohner zu erfahren.
      Es liegt wohl in der Natur der Menschen dass sie immer andere belehren wollen. Im Grunde auch nicht verkehrt wenn man seine Erfahrungen und Kenntnisse weitergeben will. Allein in der Form liegt der Unterschied. Man kann es besserwiserisch tun, dann wird einen der Dominikaner gleich links liegen lassen. Man kann es vormachen. Dann wird er einem den Gefallen tun und es gleich machen (sofern ein Angestellter). Doch schon im nächsten Moment wird er seine ART wieder der gezeigten Variante vorziehen. "Wir machen das hier so". Gut. Solange man Chef ist kann man durch tägliche Aufsicht und Kontrolle einen "europäischen" Standard gewähren. Aber Dominikaner zu erziehen? Ihnen etwas beibringen wollen?
      Was wäre der Nebeneffekt?
      Also sollte jeder bei seiner Kultur bleiben! Sich bewegen wie es sich für einen Gast in diesem Land gehört und den Gastgeber nehmen wie er sit, wenn man auch oft ganze Kamele schlucken muss.
      Einige nette Zitate zu dem Thema:
      Man veredelt die Pflanzen durch Zucht, die Menschen durch Erziehung. (leider gelingt bei Menschen dann nicht nur eine Veredelung, oft hat man das Gegenteil erreicht)
      Mein Favorit ist dieses Zitat von Einstein: Es gibt keine andere vernünftige Erziehung als Vorbild zu sein; wenn's nicht anders geht, ein abschreckendes.
      Und eines, was zu dem Leben hier passt: Bevor ich heiratete, hatte ich sechs Theorien zur Kindeserziehung. Jetzt habe ich sechs Kinder und keine Theorie. ( So ist es hier, man hat Pläne, Theorien. Doch eines ist sicher: der Dominikaner schmeisst alles um und belehrt Dich eines besseren).
      Es geht alles seinen karibischen Gang...