Singender Botschafter aus Haiti

      Singender Botschafter aus Haiti

      Singender Botschafter aus Haiti im Stephanssaal

      Zum Jahrestreffen vom Kinderhilfswerk „Unsere kleinen Brüder und Schwestern e.V.“ kamen rund 250 Leute, darunter der Botschafter aus Haiti.

      Am vergangenen Samstag fand im Stephanssaal in Karlsruhe das Jahrestreffen des gemein-nützigen Vereins „Unsere kleinen Brüder und Schwestern e.V.“ statt. Rund 250 Förderer waren der Einladung gefolgt, um sich über die Arbeit der Organisation und die Verwendung der Spendengelder zu informieren. Schwerpunktthema des diesjährigen Treffens waren die Hilfsprojekte in Haiti, dem ärmsten Land der westlichen Hemisphäre. Dort haben die Wirbel-stürme im September verheerende Verwüstungen angerichtet. Der Botschafter Haitis in Deutschland, Jean Robert Saget, sprach in diesem Zusammenhang von rund 2.000 Todes-opfern und mehreren 100.000 obdachlos gewordenen Haitianern. „Unser Land ist auf Hilfe angewiesen“, sagte Saget und dankte neben Bundesregierung und Rotem Kreuz auch „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ für die bereits geleistete Nothilfe. Das Hilfswerk unterhält in neun Ländern Lateinamerikas, Kinderdörfer, Krankenhäuser und Bildungseinrichtungen für arme, verlassene und verwaiste Kinder und Jugendliche. Das deutsche Förderbüro trage mehr als 30 Prozent zum Unterhalt dieser Einrichtungen bei, berichtete Stefan Gräfe, Leiter des Karlsruher Vereinsbüros.

      (newsmax)




      „Dass wir diesen großen Beitrag für unsere weltweite Familie leisten können, verdanken wir mehr als 100.000 Unterstützern in Deutschland“, zeigte sich Gräfe über die große Hilfsbereit-schaft erfreut. Dennoch seien weitere Anstrengungen notwendig, da die Armut durch politische Instabilität, hohe Arbeitslosigkeit und Preissteigerungen weiterhin anwachse. Mehr als 3.300 Kinder und Jugendlich haben derzeit in den Kinderdörfern von „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ Zuflucht gefunden. „Diesen Kindern gegenüber müssen wir tagtäglich unser Ver-sprechen, ihnen Liebe, Verständnis und Sicherheit zu geben, einlösen. Hier stehen wir im Wort,“ veranschaulichte Reinhard Köhler, Pädagogischer Leiter des Hilfswerks, die Situation. Mit den eingehenden Spendengeldern sei es möglich, diese jungen Menschen in familien-ähnlichen Strukturen heranwachsen zu lassen und ihnen eine Ausbildung zu ermöglichen. Dies seien Voraussetzungen, um sie zu verantwortungsbewussten und sozial engagierten Bürgern ihres Landes heranzubilden.
      Im Kinderdorf St. Helene auf Haiti gehören momentan 472 Kinder und Jugendliche zur Fami-lie von „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“. Pater Richard Frechette, Leiter dieses Kin-derdorfs, berichtete aus erster Hand von den Schäden, die durch die Orkane an den Ein-richtungen des Kinderdorfes entstanden sind. So wurden Dächer heruntergerissen, Fenster zerbarsten, Räume wurden überflutet und das Wasser- und Stromsystem beschädigt.

      Für die Haitihilfe konnten in den letzten Wochen bereits rund 200.000 Euro gesammelt wer-den. Während des Jahrestreffens kamen noch einmal Spenden in Höhe von über 4.000 Euro zusammen, mit denen nach der Rückkehr von Pater Frechette weitere Reparaturen ausgeführt werden können. Für weitere Spenden unter Konto 12 000, BLZ 660 205 00 bei der Sozialbank Karlsruhe, Stichwort: „Haiti Nothilfe“, ist der Verein sehr dankbar.

      Begleitet wurde Pater Frechette von Augusnel Osme, Jean Nebez Augustin und Denise Waldner, drei ehemaligen Heimkindern, sowie Dr. Jacqueline Gautier, einer Ärztin des Kinderkrankenhauses St. Damien in Chateaublond. Während die ehemaligen Heimkinder über ihre Erfahrungen und ihre Arbeit im Kinderdorf berichteten, veranschaulichte Dr. Gautier die dramatische Situation im Gesundheitswesens auf Haiti. Mehr als 25.000 Kinder und Jugend-liche behandelt das Ärzteteam in St. Damien jährlich, zumeist unentgeltlich, da sich die meisten Haitianer keine medizinische Behandlung leisten können. Rund 3.000 Kinder müssen pro Jahr stationär aufgenommen und versorgt werden. „Für diese Behandlungen benötigen wir viel Kraft und Geld. Ich würde mir wünschen, dass wir noch mehr professionelle Hilfe er-halten“, schloss Dr. Gautier ihre Ausführungen.

      Mit zwei schönen Gesten wurde das Jahrestreffen beendet: Die 81-jährige Berlinerin Erika Hoffmann bat die Gäste, in ihrer Hilfeleistung nicht nachzulassen. Neben ihren regelmäßigen Beiträgen hat sie den Verein auch in ihrem Testament bedacht. „“Meine“ Kinder halten mich jung und fit und ich bin froh dort helfen zu können, wo die Not am größten ist,“ so die Seniorin. Zum Schluss griff der Botschafter Haitis kurz entschlossen zur Gitarre und sang zu-sammen mit seinen Landsleuten unter großem Beifall ein haitianisches Volkslied.


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