Eine Ungerechtigkeit, die zum Himmel schreit

      Eine Ungerechtigkeit, die zum Himmel schreit

      DOKUMENT DER WOCHEAus dem Abschlussdokument der II. Generalversammlung der Lateinamerikanischen Bischofskonferenz vor 40 Jahren

      Über die Situation der lateinamerikanischen Menschen gibt es viele Studien. In allen wird das Elend beschrieben, das große Menschengruppen in die Randzonen des Gemeinschaftslebens drängt. Dieses Elend als Massenerscheinung ist eine Ungerechtigkeit, die zum Himmel schreit.

      Vielleicht hat man nicht oft genug gesagt, dass die unternommenen Anstrengungen im allgemeinen nicht imstande gewesen sind, den Respekt vor der Gerechtigkeit und deren Verwirklichung in allen Bereichen der betreffenden nationalen Gemeinschaften zu sichern. Die Familien finden oftmals keine konkreten Erziehungsmaßnahmen für ihre Kinder. Die Jugend verlangt ihr Recht auf Zugang zu Universitäten oder höheren Bildungseinrichtungen der intellektuellen oder berufsfachlichen Weiterbildung. Die Frau verlangt ihre rechtliche und tatsächliche Gleichstellung mit dem Mann. Die Landarbeiter verlangen bessere Lebensbedingungen oder - soweit sie Erzeuger sind - bessere Preise und Absatzsicherung. Die wachsende Mittelschicht fühlt sich durch das Fehlen von Zukunftschancen betroffen. Die kleinen Handwerks- und Industriebetriebe stehen unter dem Druck größerer Interessen, und nicht wenige große Industriebetriebe Lateinamerikas geraten mehr und mehr in die Abhängigkeit von Weltunternehmen. Wir können das Phänomen einer fast allgemeinen Frustration, das ein Klima der Kollektivangst hervorbringt, in dem wir bereits leben, nicht übersehen.



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